Interview mit Heinz Ratz – Schirmherr des Rebellischen Musikfestivals

Heinz Ratz
Lieber Heinz, schon lange nutzt du deine Musik dafür, dich ins politische Geschehen einzumischen. Was hältst du von der Idee des rebellischen Musikfestivals, im Sinne der Rebellion der Jugend antifaschistische, revolutionäre und rebellische Musik zu fördern?

Dagegen kann man nichts sagen. So etwas, wie das Festival, findet zu selten statt. Es ist notwendig sich in das politische Geschehen einzumischen. Es gibt dort auch viele interessante Bands.

Du setzt dich ein für Flüchtlinge und Asylbewerber. Was hältst du von der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und EU und für was steht deine Musik in diesem Sinne? Welche Bedeutung hat für dich die internationale Solidarität?

Die EU und die BRD vertreten nach außen demokratische Werte. ImGrunde aber regiert im Hintergrund von den Konzernetagen aus ein abstraktes faschistoides Wirtschaftsmanagement und es folgt nach wie vor einer Kolonialpolitik, die sich in nicht sichtbaren wirtschaftlichen Abhängigkeiten und Unterdrückungen manifestiert. Ein Land, dessen Waffenindustrie Milliardengewinne macht, sollte mit den Opfern der Kriege freundlich und respektvoll umgehen. Musik ist hier für mich ein Mittel der politischen Einmischung und es ist auch die friedlichste und verführerischste Art der Rebellion, weil man mit Musik sehr harte Botschaften auf sehr erträgliche Art und Weise unter die Massen bringt. Internationale Solidarität hört sich gut an. So, wie es gemeint ist, ist es etwas Wunderschönes. Aber es gibt auch eine internationale Solidarität der Reichen. Ich denke, die Probleme können nur noch global und nicht national gelöst werden. Der nationale Gedanke führt in letzter Konsequenz immer zum Krieg.

Das Rebellische Musikfestival wird selbstorganisiert und selbstfinanziert. Es steht auf antifaschistischer Grundlage. Für ein gutes Gelingen sind Drogen wie Sexismus tabu. Hunderte Hände werden ehrenamtlich mitarbeiten. Was hältst du davon?

Ich organisiere meine Sachen auch immer selber. Das ist die Beste Art um unabhängig zu sein. Wenn man etwas rebellisch nennt, muss es unabhängig sein. Rassismus und Sexismus können auch subtil wirken. Es ist gut, dass man sich klar dagegen ausdrückt auf dem Festival. Ich bin eh nicht der Drogenfreund. Bei einem Festival wo es auf die Erhöhung des politischen Bewusstseins ankommt, sollte es keine Bewusstseinstrübung geben.

Das Festival will auch insbesondere ein Zeichen gegen eine drohende globale Umweltkatastrophe setzen. Wie ist deine Meinung dazu?

Ich habe als kleiner Junge mit 7 Jahren Bilder gesehen, was mit der Umwelt passieren wird. Seitdem ist überhaupt nichts gemacht worden. Ich befürchte das der Mensch aus Gier weiterhin alles zerstört. Es ist unendlich traurig. Du bewegst nur was, wenn die Mehrheit der Leute sich bedroht fühlt.

Vielen Dank für das Interview und bis Pfingsten!

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