Rebellisches Musikfestival mit vielen Besuchern und gelebter Solidarität!

Bewegend war der Auftritt des Musikers Aeham Ahmad, der Lieder aus seiner Zeit im palästinensischen Viertel Jarmuk auf dem Piano spielte und sang. Viele der über 1300 Besucher des Musikfestivals lauschten gebannt.

Als Festival-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer Flüchtlinge abholen und zum Festival mitnehmen wollten, erklärte eine Verantwortliche in der Flüchtlingsunterbringung Suhl, die Teilnahme am Festival sei nicht möglich; sie könnten einen Antrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellen. Die zuständige Stelle öffnet wieder am Dienstag seine Tore!

„Das lassen wir uns nicht bieten! Wir gehen deshalb mit Anwalt hin, um sie zum Festival abzuholen.“ sagte Lisa Gärtner von der Festivalleitung. Einstimmig unterstützten alle Anwesenden – Zuhörer wie Musiker – diesen Vorschlag.

Gesagt, getan. Kurz vor 12 Uhr war eine Gruppe von Teilnehmerinnen und Teilnehmern zusammen mit einem Rechtsanwalt in Suhl. Und um 15 Uhr konnte das Festival einen großartigen Erfolg feiern: Auf der Wiesenbühne wurden 51 Flüchtlinge aus dem Aufnahmelager Suhl begeistert begrüßt.

Stefan Engel, Initiator der Flüchtlingsunterkunft Haus der Solidarität, berichtet, wie dieses Haus gebaut wird: Diese Unterkunft sei ein Produkt der Solidarität, viele Leute haben Urlaub genommen, um dieses Haus zu bauen. Man erwarte dafür keine Gegenleistung. Solidarität ist uneigennützig und selbstlos. Weiter kritisierte er Angela Merkel, die im letzten Jahr für ihre angebliche Willkommenskultur gefeiert wurde. Tatsächlich macht sie Europa dicht und verschärft die Flüchtlingsgesetze. Was sie unter Integration versteht, sähe man an dem heutigen Verbot für die Flüchtlinge zu diesem Festival zu kommen. Man werde gemeinsam mit den Flüchtlingen für ihr Bleiberecht kämpfen.

Der Abend geht nun weiter mit Polka und Arbeiterliedern mit 44 Leningrad. Darauf folgen Ramy Essam, NH3 und Narcolaptic bei frischem, aber trockenen Wetter.

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