Schon 1.100 Besucher beim Festival

RMF 2018 Eindrcuk

Heute Vormittag wurden bereits 1.100 Besucherinnen und Besucher gezählt. In bester Stimmung startete gestern Abend das 3. Rebellische Musikfestival in Truckenthal. Trotz gefühlter eisiger Temperatur war gute Stimmung bei den Thüringer Bands, die den Freitagabend eröffneten, wie Revolving Door, Solo Run und 3 Stich Kite. Hunderte Aktive haben das Festival gemeinsam, fleißig und selbstorganisiert auf die Beine gestellt.
Der Solidaritätsgedanke durchzieht das Festival von A bis Z. Über 23 Flüchtlinge aus der bundesweit bekannt gewordenen Landeserstaufnahmestelle (LEA) Ellwangen sind hier. Ihre Anreise wird gemeinsam organisiert und finanziert – sie verkaufen mit Freunden Postkarten und Essen auf dem Festival. Der palästinensische Befreiungskampf spielt eine wichtige Rolle, verschiedene Stände informieren über die Situation im Gaza-Streifen und rufen zur internationalen Solidarität auf. Der bekannte, aus Syrien stammende, palästinensische Künstler Aeham Ahmad bewegte mit Lieder abgewechselt von vorgetragenen Passagen aus einem Buch über seine Kriegserfahrungen.
„Hier ist eine schöne Atmosphäre“, so Adriana, eine Teilnehmerin. „Einen Flüchtling, den wir mitgebracht haben meinte: „Am liebsten würde ich direkt hier bleiben.“ Überall sieht man ältere und jüngere sowie deutsche und ausländische Menschen zusammenarbeiten: Obwohl die meisten keine Profis sind klappt alles reibungslos.
Die Umweltgewerkschaft informiert u.a. über die Herkunft von Rohstoffen in Handys, sammelt Unterschriften gegen eine Holz-Verbrennungsanlage in Göttingen und misst mit einem selbst gebauten Feinstaubmessgerät die Luftwerte. Ein Stand von Kirchenkritikern informiert. Das Internationalistische Bündnis sucht weitere Mitstreiter. Solidarität International ist ebenso dabei wie Gegner des bayerischen Polizeiaufgabengesetzes oder ein Deutsch-Südafrikanische Freundschaftsverein u.v.m.

Klänge aus aller Welt
Gerade klingen die russischen Lieder des Matrosenchors aus St. Petersburg über den Platz. Auf der Bühne eine persönliche und musikalische Verbrüderung von Bergleuten aus drei Kontinenten. Es waren kampferprobte Kumpel, die aus den Kämpfen in ihren Ländern wie Indien, Peru und Deutschland berichteten. Die Zechenschließung in Deutschland wird nicht akzeptiert.
Und es gibt heute Abend weiter viel rebellische Musik unter dem Motto „Kein Fußbreit den Faschisten“ mit den Grenzgängern, The Wakes und Nuju. Inzwischen ist das Wetter auch so, dass man immer mehr kurze Hosen sieht. Zum Beispiel beim Programmpunkt auf der Wiesenbühne mit Musik rund um den Programmpunkt #nosexism. Es gibt durchgängig Programm auf zwei Bühnen.

Grup Yorum tritt auf – jetzt erst recht
Über Nacht hatten verschiedene Medien regional, aber auch bundesweit berichtet, wie tagesschau.de, Junge Welt, MDR oder Neues Deutschland über das skandalöse Auftrittsverbot gegen die Band Grup Yorum durch den Landkreis Sonneberg auf Betreiben der Landespolizeiinspektion Saalfeld. Und über den juristischen und politischen Erfolg gegen dieses Verbot. Man merkt vielen Aktivisten den Stolz an, sich dem Verbot und der massiven Bedrohung nicht gebeugt zu haben. „Es war ein 100-prozentiger Sieg für das Festival , die Angriffe zurückzuschlagen“, so Stefan Engel (MLPD), einer der zahlreichen Schirmherren des Festivals.
Jetzt freuen sich alle auf den Auftritt der berühmten türkischen Band Grup Yorum am späten Sonntagnachmittag bzw. frühen Abend. Es gibt natürlich auch Tageskarten für Sonntag zu 23 Euro.