Erste Eindrücke vom Festival 2016

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Rebellisches Musikfestival mit vielen Besuchern und gelebter Solidarität!

Bewegend war der Auftritt des Musikers Aeham Ahmad, der Lieder aus seiner Zeit im palästinensischen Viertel Jarmuk auf dem Piano spielte und sang. Viele der über 1300 Besucher des Musikfestivals lauschten gebannt.

Als Festival-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer Flüchtlinge abholen und zum Festival mitnehmen wollten, erklärte eine Verantwortliche in der Flüchtlingsunterbringung Suhl, die Teilnahme am Festival sei nicht möglich; sie könnten einen Antrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellen. Die zuständige Stelle öffnet wieder am Dienstag seine Tore!

„Das lassen wir uns nicht bieten! Wir gehen deshalb mit Anwalt hin, um sie zum Festival abzuholen.“ sagte Lisa Gärtner von der Festivalleitung. Einstimmig unterstützten alle Anwesenden – Zuhörer wie Musiker – diesen Vorschlag.

Gesagt, getan. Kurz vor 12 Uhr war eine Gruppe von Teilnehmerinnen und Teilnehmern zusammen mit einem Rechtsanwalt in Suhl. Und um 15 Uhr konnte das Festival einen großartigen Erfolg feiern: Auf der Wiesenbühne wurden 51 Flüchtlinge aus dem Aufnahmelager Suhl begeistert begrüßt.

Stefan Engel, Initiator der Flüchtlingsunterkunft Haus der Solidarität, berichtet, wie dieses Haus gebaut wird: Diese Unterkunft sei ein Produkt der Solidarität, viele Leute haben Urlaub genommen, um dieses Haus zu bauen. Man erwarte dafür keine Gegenleistung. Solidarität ist uneigennützig und selbstlos. Weiter kritisierte er Angela Merkel, die im letzten Jahr für ihre angebliche Willkommenskultur gefeiert wurde. Tatsächlich macht sie Europa dicht und verschärft die Flüchtlingsgesetze. Was sie unter Integration versteht, sähe man an dem heutigen Verbot für die Flüchtlinge zu diesem Festival zu kommen. Man werde gemeinsam mit den Flüchtlingen für ihr Bleiberecht kämpfen.

Der Abend geht nun weiter mit Polka und Arbeiterliedern mit 44 Leningrad. Darauf folgen Ramy Essam, NH3 und Narcolaptic bei frischem, aber trockenen Wetter.

Rebellisches Musikfestival für und mit Flüchtlingen gestartet!

rebellischesfestivalAuf dem Rebellischen Musikfestival in Truckenthal, Landkreis Sonneberg (Thüringen) trat am gestrigen Freitagabend die Band Strom und Wasser auf. Die Band des Liedermachers Heinz Ratz hatte zwei Flüchtlinge mitgebracht, die gemeinsam musizierten. Mit tanzwütigem Polka der Berliner Band Polkageist, der lokalen Band Noihaus aus Neuhaus wurde die Waldbühne zum Beben gebracht. Frauenpower brachten die Bands Revolution Eve aus Frankfurt und Far or Near auf die Bühne. Die Frontfrau von Far or Near berichtet von einem Chor, den sie mit Leipzigern und Flüchtlingsfrauen organisiert.

Bands und Zuschauer waren empört, dass geflüchteten Menschen aus der Aufnahmeeinrichtung in Suhl verboten werden soll, auf das Rebellische Musikfestival zu kommen. Diese Einschränkung ihrer demokratischen Rechte und Freiheiten wird vom Rebellischen Musikfestival nicht hingenommen. Wir stehen für die Verbrüderung mit den Flüchtlingen, dafür dass sie sich am politischen und kulturellen Leben hier beteiligen können und nicht wie Menschen zweiter Klasse in ihren Flüchtlingsunterkünften isoliert werden. Der Jugendverband REBELL und das Rebellische Musikfestival haben alle Hebel in Bewegung gesetzt und wir sind uns sicher: Auch heute feiern wir gemeinsam mit Flüchtlingen und es werden mehr sein!

Heute steht im Zentrum der Benefizcharakter des Festivals mit der Flüchtlingsunterkunft „Haus der Solidarität“. Der Ideengeber Stefan Engel und die Objektleiterin Dagmar Kolkmann-Lutz werden das Projekt vorstellen. Spielen wird der Pianist Aemed Ahmad, dessen Foto als Pianist inmitten der Ruinen des Kriegs in Syrien um die Welt ging.

Wir erwarten einen wundervollen Tag, Tagesgäste können vor Ort Karten für 18,- € erwerben. Auch Zelten ist noch möglich. Flüchtlinge zahlen für eine Tageskarte Samstag 4€, Sonntag 5€, die Abendveranstaltungen kosten 2€

Zieht Euch warm an!

Das Festival wird heiß, vom Wetter kann man das nicht behaupten. Bitte beachtet, dass Ihr auf jeden Fall warme Anziehsachen mitnehmt. Gerade in der Nacht kann es kalt werden! Ihr solltet auch Regensachen und Sonnenschutz nicht vergessen. Mehr Infos zum Wetter findet ihr hier.

Der Countdown läuft – Noch 3 Tage bis zum Start des Festivals!

Der Countdown läuft – Noch 3 Tage bis zum Start des Rebellischen Musikfestival!

An Pfingsten – vom 13. bis 15. Mai – findet in Truckenthal in Thüringen nach 2 Jahren wieder das Rebellische Musikfestival statt. Es bietet begeisterndes Programm mit fast 60 internationalen Bands wie Talco und NH3 (italienischer Ska-Punk), Ramy Essam aus Kairo (die Stimme des arabischen Frühlings vom Tahrir-Platz), Koma Berxwedan und Freefighter Muzik (kurdisch), Aeham Ahmad (Träger des Beethovenpreises), 44 Leningrad, Gruppa Karl-Marx-Stadt, Gehörwäsche, Microphone Mafia, Cynthia Nickschas, Gülleschiss und viele mehr. Weiterlesen

Solidarität mit Dara!

22772Während der Vorbereitung und Werbung für das rebellische Musikfestival lernen wir in Nürnberg Dara kennen. Dara hat bei der YPG, den kurdischen Volksverteidigungseinheiten, gegen die IS-Faschisten gekämpft. Sein Asylrecht, das er zuerst in Deutschland erhalten hat, soll ihm wieder aberkannt werden. In sogenannten „Sicherheitsgesprächen“ wurde ihm gesagt er sein eine „Gefahr für Deutschland“. Wir treffen ihn für ein Interview.
Hier einige Auszüge daraus (das ganze Interview werden wir noch später veröffentlichen) Weiterlesen